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Die bunten Gesichter der Welt
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LehrerInneninformation:
"Die Schule des Sehens", nannte der berühmte österreichische Künstler Oskar Kokoschka seine Malschule in Salzburg. Warum eigentlich nicht „Schule des Malens? Nun, jeder junge Mensch muss in seinem Leben erst langsam erlernen wie man seine Umwelten richtig wahrnimmt - denn viel zu leicht wird man Opfer von Manipulation, Instrumentalisierung und Indoktrination. Vorurteile, Illusionen und Klischees, die sich im menschlichen Denken breitgemacht haben ermöglichen diese Prozesse. Warum das so ist, was dabei in unserem Gehirn abläuft und wie man dagegen ankämpfen kann, ist neben dem Erlernen einer Fremdsprache Teil unserer Projektarbeit.
Genau genommen: das Wahrnehmen zu verbessern versuchte Oskar Kokoschka - der diesbezüglich aus besonders negativen Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus schöpfte - um es seinen Schülern nahezubringen. Denn die Malerei war für ihn, wie für alle anderen großen Künstler auch, lediglich das Transportmittel für eigene Erkenntnisse. Tagtäglich sind wir alle - ähnlich wie Kokoschka - übertriebenem autoritärem Gehaben ausgesetzt. Politiker, Banken, Wirtschaft, Medien, ja selbst Arbeitskollegen und Verwandte sind versucht, uns primär für ihre eigenen Vorteile zu benutzen. Wenn wir uns und unsere SchülerInnen davor schützen wollen, benötigt man neben Kritikfähigkeit eine möglichst große Vielfalt an Eindrücken und Kenntnissen, andere Sichtweisen und Perspektiven. Es ist deshalb die primäre Aufgabe der Schule den jungen Menschen auf künftige Gefahren und Möglichkeiten vorzubereiten.
Insbesondere für Pädagogen und Erzieher bedeutet das: immer ganz genau hinzugucken und die Wahrheit, auch wenn sie noch so unangenehm ist, akzeptieren zu lernen. Wem das nicht gelingt, dem misslingt auch der Musterwechsel hin zu echter Toleranz und Menschlichkeit und ableitend davon, der Weg zur Friedfertigkeit und zur Zufriedenheit im Leben. Die Wahrnehmung des Andersseins als Voraussetzung für ein gelingendes Leben stand deshalb im Vordergrund der spannenden Projektarbeit von vier Klassen der Europaschule Budapest mit der österreichischen Malerin und Kunstpädagogin Gabriele Schuller.
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Doch Vorsicht! Alle Menschen verfügen über einen sogenannten "Blinden Fleck". D.h. sie sind meist nicht in der Lage, sich selbst immer richtig einzuschätzen. Die Selbstwahrnehmung ist also teilweise blockiert, im schlimmsten Fall kommt es zur so genannt "selektiven Wahrnehmung". Ein Beispiel: Jede/r hat schon mal selbst erlebt, dass man Schwierigkeiten hat sein eigenes Foto anzusehen, seine eigene Stimme zu hören oder seine eigenen Texte zu lesen, weil man von sich selbst eine ganz andere Vorstellung hat.
Andere Menschen wiederum sind von sich besonders angetan, manchmal sogar begeistert. Man spricht deshalb von der Innen- bzw. Eigensicht - und der Außen- bzw. Fremdsicht des Menschen. Nur wer sich intensiv mit diesem Phänomen des Selbst beschäftigt, hat die Chance seine Illusionen, Klischees und Vorurteile und die daraus resultierenden Neurosen abzubauen. Nur so kann es gelingen unsere ererbte Bereitschaft zu Mobbing, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu bewältigen. Deshalb müssen wir möglichst frühzeitig und konsequent uns damit auseinandersetzen. Projekte wie dieses können uns helfen, mehr Klarheit über unser Sein zu gewinnen.
Versuche selbst mit deinen SchülerInnen so ein Projekt. Sich zu organisieren, Pläne zu schmieden, die Durchführung zu besprechen, kann durchaus auch in einer anderen Fremdsprache, z.B. in Englisch, erfolgen. Ungarische SchülerInnen der Europaschule Budapest haben die Vorgangsweise in der folgenden PPt ganz genau beschrieben. Mache einfach mit, der Erfolg ist garantiert.
Wir wünschen viel Spass bei dieser Entdeckungsreise!
Hast du Fragen, oder willst du uns sonst noch etwas mitteilen? Schicke uns einfach eine Mail ins Studio!
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