| LehrerInneninformation:

Zusammenarbeit auf gleicher Augenhöhe ist Voraussetzung für die Entwicklung demokratischen Bewusstseins. Wir Menschen werden normalerweise nicht als Demokraten geboren, sondern sind gezwungenermaßen Wettbewerbsteilnehmer am "survival of the fittest traits", wie es Charles Darwin formuliert hat.
Die häufige wie selbstgefällige Ansicht, man sei schließlich selbst kein Rassist und Fremdenfeind ist grundlegend falsch. Nahezu jeder Mensch sieht sich selbst - auch das ist eine Überlebensstrategie der Evolution - in einer, dem anderen überlegenen Position, was ja schlechterdings die Grundlage von xenophobischem Verhalten ist. Diese/r andere kann übrigends jede/r sein, der/die in unserer näheren oder weiteren Umgebung lebt. Rassismus kann man - da es bekanntlich keine menschlichen Rassen gibt - als Synonym für jede Art von ausgrenzendem und herabwürdigendem Verhalten ansehen.
Das bedeutet, dass junge Menschen, die ererbten Aggressionsmechanismen und Abwehrmechanismen zu kontrollieren, erst langsam als Teil des "Demokratie lernens" sich erarbeiten müssen. Die nun abgeschlossene Projektarbeit orientiert sich deshalb am Modell des Sozialen Lernens von Civic Education. Sie beschäftigt sich inhaltlich mit Recht und Gerechtigkeit. Darüber hinaus, zeigt sie uns, wie auf der Prozessebene so eine Zusammenarbeit ausehen muss, wenn man einen Attitüdenwechsel erreichen will, um dadurch Ausgleich und Frieden in der Welt zu bewerkstelligen. Das Verhalten des Lehrers in diesem Projekt ist repräsentativ und entscheidend für das Gelingen.
Und um kein Missverständnis aufkommen zu lassen. Ein Projekt allein genügt nicht um eine nachhaltige Verhaltensänderung herbeizuführen. Anitrassismus- bzw Antixenophobiearbeit ist, wie in der aktuellen Diskussion um Mobbing und Burn Out deutlich wird, ein mühevoller Prozess der den Alltag insgesamt zu begleiten hat. Gerade im Zeitraum der Pubertät sind die damit verbundenen Kämpfe, die sich teils offen, meistens jedoch im Hintergrund abspielen, besonders virulent. Wir müssen deshalb völlig neu zu Lehren lernen. Das ist notwendiger denn je, denn Kriege finden längst nicht mehr auf Schlachtfeldern statt, sondern in den Chefetagen von Banken, Versicherungen, dem Börsenparkett, aber auch am Arbeitsplatz einfacher Leute, auf dem Schulhof oder den Toiletten der SchülerInnen. Schulen ohne Rassismus gibt es schlichtweg nicht, sie müssen jedoch zum Ziel für alle werden, die an einem friedlichen Europa bauen wollen.
Mehr als 200 Schülerinnen und Schüler der Österreichisch Ungarischen Europaschule und der Österreichischen Schule Budapest (Gymnasium) im Alter zwischen 8 und 17 Jahren beschäftigten sich damit, mehr über Kinder- und Menschenrechte zu erfahren. Ziel der Projektarbeit war es, den jungen Menschen den Inhalt und die Bedeutung der teilweise sehr schwierig formulierten Menschenrechtsdeklaration durch unterschiedliche Herangehensweisen verständlich zu machen und deren Wert für ein friedliches Miteinander zu erkennen. Unter Anleitung der österreichischen Künstlerin Gabriele Schuller stellten die Schülerinnen und Schüler die 30 Menschenrechtsartikel bildlich dar. Darüber hinaus gab es eine Reihe von anderen bildnerischen Darstellungen, die zeigen, wie intensiv sich die Jugend mit dem Thema auseinander gesetzt hat. |