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Erfolgreich eine Fremdsprache lernen?
Eine Fremdsprache kann man immer nur im Land wo sie gesprochen wird richtig erlernen, hört man oft. Das ist großteils auch richtig, weil man nur dort handlungsorientiert und problemlösend an die Sache herangeht - d.h. gehirngerecht, auf ganz natürlichem Weg die fremde Sprache in das Gehirn aufnimmt. Doch nicht jede/r kann länger ins fremdsprachige Ausland reisen. Mit Young Civic Radio - Europe wollen wir helfen den Nachteil, nicht in vor Ort lernen zu können, wettzumachen.
In den anderen Projekten kannst du sehen, wie bspw. ungarische oder norwegische SchülerInnen die Fremdsprachen Deutsch und English im Rahmen des Schulunterrichts erwerben. Muttersprachliche LehrerInnen helfen dabei. Die wesentlichen Methoden die wir dabei anwenden nennt man: Content Language Integrated Learning (CLiLiG) und Brain Compatible Learning.
"Alle verwandt, alle verschieden" wurde als Projektarbeit 2002 an der Europaschule Budapest durchgeführt. Im Deutschunterricht wurden von den SchülernInnen der 7A Klasse (13 Jahre alt) die museumspädagogische Fragen (1-18) selbständig ausgearbeitet. Die grünen "Hot Potatoes" helfen, den Ausstellungstext zu verstehen, wobei der User das Ergebnis selbst überprüfen kannst. Diesen Fragenkatalog kann man gut in den Deutsch-, Geschichte oder Geografieunterricht einbauen. Hier und jetzt dienen die Fragen zum Training für das Leseverstehen von Fortgeschrittenen.
Kern der Ausstellung ist die Erkenntnis, dass es aus wissenschaftlicher Sicht überhaupt keine menschlichen Rassen gibt. Inhaltlich geht es um das Verstehen von interkulturellen und sozialen Konflikten (Fremdenfeindlichkeit, Mobbing,...). "Alle verwandt, alle verschieden" dient daher als Impuls und als der Leitfaden, der sich nahezu durch alle Beiträge auf diesem Webportal ziehen wird.
Über die Ausstellung "Alle verwandt, alle verschieden"
Die Ausstellung zeigt wie die Menschen im Laufe der Jahrtausende die ganze Erde besiedelt haben und wie die heute lebenden Menschen miteinander verwandt sind. Bekanntlich stammen wir alle aus Afrika. "Out of Africa" nennt man diese Theorie. Da sich das Klima auf der Welt laufend verändert, genauso wie sich die Kontinente ständig verschieben, bedeutet das einen laufenden Anpassungs-, und Entwicklungsprozess, den man Evolution nennt. Alle Sprachen und Kulturen sind auf diese Art und Weise entstanden. Die damit verbundenen kulturellen und biologischen Veränderungen bezeichnet man als "Epigenese". Der Forscher, der die Grundlagen dafür entdeckt hat, heißt Charles Darwin. "Alle verwandt, alle verschieden" hilft uns zu verstehen, warum der Mensch so ist, wie er eben ist - und bildet daher die Basis für alles, was Politische Bildung für uns bedeutet. Ganz nach dem Motto von Hartmut von Hentig, der meinte: "Alle Bildung ist politische Bildung."
Nun, die frühen Menschen wurden nicht zuletzt auf Grund dieser Wanderungen im Laufe der Zeit immer kundiger und das Gehirn entwickelte sich weiter. Es gelang ihnen sogar die Anpassung an teilweise lebensfeindliche Landschaften - wie bspw. die Arktis. Menschen, die aufgrund ihrer Wanderungen weniger Sonne abbekamen, wurden deshalb immer weißer. Andere, die im Bereich des Äquators lebten, behielten hingegen die schwarze Hautfarbe, weil das einen besseren Schutz vor der Sonne bedeutete. Im Laufe der Evolution hat es viele solche Wanderbewegungen gegeben. In Ungarn hat man bspw. Schädelknochen von frühen Menschen (Rudapithecus aus Rudabánya) gefunden, von denen die ältesten 10 Mio Jahre alt sind.
Warum Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Aggression?

Warum sind die Menschen überhaupt gewandert? Nun, diese Wanderungen wurden nötig, weil man sich mit seinen Nachbarn nicht um die Ressourcen streiten wollte. In Afrika, wo es fast das ganze Jahr hindurch warm ist und drei bis vier Ernten/Jahr möglich sind, gab es zunächst nicht so große Probleme. Solange es genug zu Essen gab und Frieden herrschte, wurden logischerweise auch mehr Kinder geboren. Wenn sich das aber geändert hat, entweder durch eine Umweltkatastrophe, oder eine Hungersnot, begann der Streit. Neid und Hass waren latent ohnehin immer vorhanden, wie es das Beispiel aus der Bibel mit "Kain und Abel" zeigt. Deshalb sind immer wieder Menschen abgewandert. Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Mobbing haben also ihren Ursprung im Kampf um´s Überleben. Sobald es gelungen war einen Gegner zu vertreiben, oder gar zu ermorden, verspürte man Genugtuung. Diese Lust, genauso wie die Angst, entstehen in unserem Gehirn. Es gibt dort ein Zentrum für Emotionen, wo sich diese Prozesse abspielen. Im Gehirn wirkt dabei das sogenannte Belohnungssystem. Sobald wir Freude/Erfolg erfahren, wollen wir automatisch noch mehr Freude/Erfolg erleben. Wir werden richtiggehend süchtig. Dieser Zwang macht es so schwer, erfolgreich dagegen anzukämpfen.
Aufgrund der Epigenese entstanden die verschiedensten Völker mit ihren unterschiedlichen Kulturen, Sprachen, Sitten, Bräuchen, Religionen und Denkweisen. Daraus resultiert aber auch die Fremdenangst, die bei. Das evolutionäre Ziel zu überleben, um neue Kinder zu zeugen, dominiert deshalb unser Verhalten. Die stark angewachsende Weltbevölkerung und die analoge Ressourcenknappheit drängt uns dazu konstruktiv damit umzugehen. Nur das Erlernen demokratischen Verhaltens kann uns dabei schützen. Will mn dabei erfolgreich sen, muss man laut Gehirnforschung spätestens im Kindergarten damit beginnn. "Demokratie lernen", bzw. wie man sich sozial richtig verhält, müsste deshalb überhaupt zum lebenslangen Haupt(lern)gegenstand werden.
Weiterführende Hinweise:
Einer der internationalen Stars unter den Paläontologen ist Friedmann Schrenk. Er lehrt an der Frankfurter Universität und im Senckenberg- Museum. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Frage: „Wie sind wir – der Homo Sapiens - entstanden?“ 1991 hat Schrenk in Malawi einen Sensationsfund gemacht: den ältesten jemals gefundenen Unterkiefer der Gattung Mensch, 2,5 Millionen Jahre alt. Es ist der bislang einzige harte Beweis für die Evolution des Menschen. Aber was genau hat sich zugetragen, als sich der Mensch entwickelt hat? Welche Rolle haben Klima-Veränderungen gespielt? Und wann spaltete sich der Urmensch von den anderen Arten ab? Um diese Fragen zu klären, untersucht das Team von Friedemann Schrenk seine wertvollen Funde mit neuester Technologie. Leder wissen die wenigsten immer noch nich, dass in Afrika die Wiege der Menschheit liegt und dass hier die Evolution des Menschen hier begann.
>>> Vodcast-Beitrag über Friedmann Schrenk
>>> Weiterführende Videos bei dw-world.de |