Rassismus richtet sich nicht nur gegen Menschen mit einer anderen Hautfarbe als der eigenen, sondern gegen jeden, der anders ist. Einen Rassisten erkennt man vor allem daran, dass er sich dem Anderen weitaus überlegen fühlt.
Fußball ist zunächst einmal ein gutes Geschäft. Nicht nur die Spieler und die Fußballklubs, große Teile der Wirtschaft und somit wir alle sind zumindest teilweise davon abhängig. Warum gerade der Fußball so dominiert, dürfte mit der großen Dynamik und der Dramaturgie zu tun haben. Letztlich auch mit dem Nimbus des Kampfes, der ihn umgibt. Nachdem vor jedem Spiel in den Medien eine große Spannung aufgebaut wurde, gibt es innerhalb von 90 Minuten eine meist endgültige Entscheidung - wo sonst gibt es das im Leben?
Der Vergleich mit dem alten Rom und seinen Gladiatoren wird deshalb oft gebraucht. Meist waren die Gladiatoren schwarze Sklaven oder weiße Kriegsgefangene, woraus sich Sklaven = Slaven ableitet. Auch heute noch zitiert man "panem et circenes" (Brot und Spiele). Das waren Gladiatorenkämpfe in der Arena, die die römischen Imperatoren oft dann veranstalteten, wenn die Steuerlast zu hoch wurde oder um andere politische Missstände zu vertuschen. Auch heute findet man in der Fußballarena fast immer auch PolitikerInnen, die aus populistischen Gründen dort ihr Gesicht zeigen. Kein Fußballklub, der heute etwas auf sich hält, tritt ohne schwarzafrikanische oder asiatische Spieler an. Das Exotische verkauft sich gut. Darüber hinaus sind sie meist ausgezeichnete Sportler, die trotdem immer wieder verspottet und gedemütigt werden. Durch Rassismus auf der einen Seite und Sportbegeisterung auf der anderen entsteht so eine Atmosphäre der Doppelbödigkeit, wobei schwer abzuschätzen ist, ob sie dem Ziel Interkulturelles salonfähig zu machen, eher dient oder schadet. Fest steht, dass man Aggression niemals mit einer anderen Form von Aggression bewältigen kann.
Den folgenden Texten der SchülerInnen kann man diesen Zwiespalt gut entnehmen. Das Nachdenken über die Problematik ist nicht nur ein hervorragendes Thema um zu lernen wie man sich in einer Fremdsprache auszudrücken kann - das automatisch damit verbundene Lernen von „differenziertem Vorzugehen” fällt in den Bereich der „Civic Edcuation” und somit der Bewusstseinsbildung im Hinblick auf den Erwerb Sozialer Kompetenz. Du kannst, nachdem du die jeweiligen Texte gelesen hast, HotPotatoe-Übungen dazu machen.
von Sebastian (14) und Barnabás (14)
Fußball ist ein Gemeinschaftssport, bei dem mehrere Teams gegen einander spielen. Dabei ist die Teamarbeit das Wichtigste. Die Spieler haben ein gemeinsames Ziel. Sie möchten gewinnen. Wenn ein Spieler sehr gut ist, dann ist es allen egal, ob er eine andere Hautfarbe hat. Zwischen den Teams gibt es keinen Rassismus, aber die Zuschauer sind oft rassistisch. Wenn die gegnerische Mannschaft besser ist als ihre, dann werden sie aggressiv und machen schlimme Bemerkungen, um die Gegner zu verletzen, damit sie schlecht spielen.
Eine Lösung wäre, dass man mehr Schwarze in die Team aufnehmen sollte. Damit meinen wir, dass ein Team aus genauso vielen schwarzen wie weißen Spielern bestehen könnte. Unserer Meinung nach ist Fußball für die Sportler ein gutes Mittel gegen Rassismus, weil die Spieler zusammenhalten und dabei noch Spaß haben. Was die Fans betrifft, muss sich sehr viel ändern, leider wissen wir nicht, wie das gehen könnte.
Im Deutschunterricht ist unser Thema zur Zeit Sport und Rassismus. Wir untersuchen, ob Menschen im Sport rassistisch sind. Die meisten Sportler meinen, dass die Leistung wichtiger ist als die Hautfarbe. Durch Sport können sich Schwarze und Weiße anfreunden. Außerdem haben die Sportler als eine Mannschaft ein gemeinsames Ziel: sie wollen gewinnen. Deshalb müssen sie zusammenarbeiten und dürfen niemanden ausschließen. Innerhalb der Mannschaft sind sie nicht rassistisch, doch die Fans der Gegner beschimpfen die anders aussehenden Spieler. Heute hört man immer häufiger, dass sich manche Fans nach dem Spiel aggressiv benehmen, und die Fans der gegnerischen Mannschaft
oft verprügeln. Manchmal bekommen sogar die Spieler schwere Verletzungen ab. Ein Weg der Besserung dieser Situation nimmt unseres Erachtens nach viel Zeit und Energie in Anspruch. Es ist auch notwendig, dass man sich mit den Gründen für diesen Rassismus der Fans beschäftigt. Viele Fans meinen vielleicht, dass Sportler, die sich durch verschiedene äußere Merkmale (z.B. Hautfarbe) von der Mehrheit unterscheiden, schlechtere Ergebnisse bringen. Doch das ist natürlich absolut falsch. Wir sollten verschiedene Sportarten anschauen, z.B. Fußball - Ronaldinho, Basketball-Michael Jordan.
Wir ziehen folgende Lehre daraus: Man muss alle Kinder auf der Welt so erziehen, dass sie keine Vorurteile auf Grund von anderer Hautfarbe, Religion oder Kultur haben.
Es gibt viele Menschen, die wegen Unterschieden in: Religion, Kultur, Geschichte, Aussehen (z. B. Hautfarbe) ausgeschlossen und von den anderen nicht akzeptiert werden. Nur weil sie anders aussehen, sind sie mit sehr vielen Vorurteilen konfrontiert. Das ist Rassismus. Die „gut lebende” Mehrheit kann sich überhaupt nicht vorstellen, wie sich das Leben der Ausgegrenzten abspielt. Jeden Tag müssen sie das Gespött und den Hass verdauen. Die Opfer sind hilflos, weil die Rassisten fest stellen, dass „sie” der Grund für alles Schlechte, z.B. die Arbeitslosigkeit, sind. Das ist zwar absolut nicht wahr, aber viele Menschen übernehmen die Vorurteile, ohne selbst nachzudenken.
Rassismus ist aus vielen Gründen Dummheit, denn da es keine Rassen gibt, kann es auch keinen Rassismus geben. Menschen sind Menschen und die Unterschiede, wie z.B. die Hautfarbe, sind nur die Anpassungen an das Klima und die Umwelt. Wer konnte sich denn auswählen, in welche Familie auf welchem Kontinent man hinein geboren wird?
Nun sagen immer mehr Experten, dass z.B. Sport ein Mittel gegen Rassismus sein könnte. Sie begründen das damit, dass z. B. die Spieler einer Mannschaft ein gemeinsames Ziel, das Gewinnen, haben. Um das zu schaffen, müssen sie zusammen arbeiten. Bei einem Wettkampf ist es egal, wie die Mitspieler aussehen, nur die Leistung zählt.
Deshalb spielt es keine Rolle, ob man schwarze oder weiß, Türke oder Deutscher ist. Dabei darf man nicht übersehen, dass z. B. die Schwarzen (aufgrund ihrer Hautfarbe) sicher mehr arbeiten und kämpfen müssen, um ihre Ziele zu erreichen.
Ganz deutlich aber erscheint es, dass die Zuschauer sehr subjektiv sind und alles tun, damit ihre Mannschaft gewinnt, dazu gehört auch die Verwendung rassistischer Parolen, um die Ausländer des gegnerischen Teams zu verletzen.
Wir sind für der Meinung, dass Sport Rassismus nicht nur bekämpft, sondern auch verursacht. Man sollte zuerst die „anderen”, die Fremden kennen lernen und sich dann nach eigener Erfahrung ein Urteil bilden.
Denn wir dürfen nicht vergessen: „Alle Menschen sind gleich....”.
von Norbert Farkas (14) und Stefánia Szabó (14)
In unserer Meinungsäußerung werden wir uns mit den Sportlern befassen und nicht mit den Fans.
Wir glauben, dass Mannschaftssportarten weniger rassistisch sind als Einzelsportarten. Der Grund dafür ist leicht erklärt. Bei Teamsportarten gibt es Spieler, die aus verschiedenen Ländern kommen. Daraus folgt, dass sie auch verschiedene Hautfarben haben. In einer erfolgreichen Mannschaft kann „Rassenhass” kaum vorkommen, weil sonst die Einheit zerfallen würde. Um Rassismus in einem Team zu verhindern, muss der Trainer alles in der Hand haben. Der Besitzer des Vereins muss dafür sorgen,
dass die Spieler verschiedene Hautfarben haben, denn Antirassismus verstärkt wieder den Zusammenhalt des Teams. Bei Einzelsportarten ist die Gefahr größer, dass zwischen den Gegnern „Rassenhass” auftreten kann. So eine Sportart ist z. B. Tennis. Wenn ein Schweizer gegen einen Afrikaner spielt, kommt es zwischen ihnen leicht zu Streitereien und sie beschimpfen und verspotten einander.
Wir glauben, dass Sport schon ein Mittel gegen Rassismus sein könnte, wenn die Spieler in Einzelsportarten einander nicht beleidigen und die Fans sich auch an das Verlieren gewöhnen würden. Es bleibt zu hoffen, dass bald ein Mittel gegen den Rassimus der Fans gefunden wird.