Nachstehende Texte wurden im Anschluss an das Literaturprojektes mit Fr. Welsh von SchülerInnen der Europaschule Budapest geschrieben. Sie berichten dabei aus ihrer Lebenswelt, insbesondere über ihren Umgang mit anderen, ihnen fremden Menschen. Diese Texte eignen sich zum Üben des Leseverstehens. Man kann die Audiofiles zu diesem Zweck downloaden und die Hot Potatoe Übungen zu lösen versuchen. Viel Spass dabei.
Als ich eines Tages mit meinem Hund spazieren ging, traf ich mit einem Mann zusammen, der körperbehindert war und im Rollstuhl saß. Ich dachte: „Er ist so schwach, weil er nicht gehen kann, glaubt er wahrscheinlich, dass sein ganzes Leben eine Katastrophe sei.”
Aber nein! Er sah mich freundlich an, streichelte meinen Hund und begann vor Freude zu lachen. „Wir haben so ein schönes Wetter”, sagte er und fuhr weiter.
Ich dachte in diesem Moment nur: „Wenn alle Menschen so wären wie er, dann wären alle glücklich!
Es war ein schöner Sommertag. Ich stand an der Straßenbahnstation und wartete. Vor Langeweile probierte ich auf den Randsteinen zu balancieren, was mir auch immer wieder gelang. Auf der anderen Straßenseite stand ein Obdachloser. Er fragte mich, ob ich ihn näher kennen lernen möchte. Genau in diesem Moment kam die Straßenbahn. Ich stieg ein und beim Blick aus dem Fenster sah ich, wie jetzt auch der Obdachlose zu balancieren versuchte. Ich freute mich sehr, weil ich einen anderen Menschen glücklich gemacht hatte.
Ein Junge im Schwimmbad kam mir zuerst sehr unsympathisch vor, weil er ein böses Gesicht machte. Aber später habe ich gemerkt, dass er eigentlich ganz nett ist. Wir haben miteinander gespielt und er hat mir witzige Dinge erzählt, wie z.B. dass er zwei Badehosen trägt, weil er Angst hat, dass ihm die eine beim ins Wasserspringen hinunter rutscht und er dann nackt im Wasser da steht. Nach ca. einer Stunde ist er weg gegangen, weil ich nach Hause musste. Ich war danach noch öfters im Schwimmbad, aber er war nie mehr da. Leider habe ich ihn seitdem nie wieder getroffen.
Als ich neu in eine Tanzschule kam, fand ich alle Kinder dort überhaupt nicht nett. Auch das Gebäude war für mich grausam, weil ich z.B. nicht wusste, wo sich die Toilette befindet. Doch nach einiger Zeit, als ich schon alle Kinder kennen gelernt hatte, kam ich darauf, dass sie sehr hilfsbereit, witzig und nett sind. Auch die Toilette entdeckte ich. Jetzt habe ich viele Freunde und gehe sehr gerne in die Tanzschule.
Vor zwei Jahren kamen viele neue Schüler in meine Klasse. Darunter war auch ein stilles und mir unsympathisches Mädchen. Sie war eine sehr gute Schülerin, aber sie hatte kaum Freunde. Doch auf einem Schulausflug habe ich sie besser kennen gelernt, und ich stellte fest, dass wir Vieles gemeinsam hatten. Seitdem sind wir gute Freundinnen und seitdem weiß ich, dass man Menschen nur dann richtig beurteilt, wenn man sie besser kennen lernt.
Als wir nach Buda umgezogen sind, war mir alles neu: die Leute, die Geschäfte, die Häuser, alles. In unserem Haus lebte im ersten Stock eine alte Frau, die sehr freundlich, aber traurig aussah. Sie war nicht besonders nett zu uns, weil sie uns noch nicht kannte. Manche Leute im Haus sagten, dass sie deshalb so traurig sei, weil alle ihre Verwandten schon gestorben waren.
Einmal hatten wir kein Salz zu Hause, deshalb ging ich zu ihr, um sie um Salz zu bitten. Zuerst war sie nicht so nett, aber dann haben wir viel miteinander gesprochen, und mit der Zeit wurden wir Freunde. Jetzt kommt sie zu Weihnachten zu uns und isst mit uns. Ich hoffe, sie ist jetzt nicht mehr so traurig wie vorher.
- Lade das Audiofile herunter und speichere es auf deinem mobilen Abspielgerät. - Höre Dir den Text mehrmals an und überlege Dir wie die Geschichte weitergehen könnte. - Erzähle jemandem den Du kennst die Geschichte und wie sie weitergehen könnte.
„Mein Finger tut weh! Lassen Sie mich in Ruhe, ich möchte nicht mehr weiter schreiben.“
„Na, dann lies", sagte die Lehrerin zu Jammer.
„Aber mein Kopf tut auch weh! Das möchte ich auch nicht!“
„Dann geh nach Hause!"
So ging es jeden Tag.
Jammer jammerte in jeder Minute, in jeder Stunde.
So ging es schon seit einem Jahr.
Einmal im Garten traf er seine Klassenkameraden, die Fußball spielten.
„Wartet! Ich möchte auch mitspielen!“
„Aber dir tut immer alles weh! Wie möchtest du denn spielen?“
„Aber, aber…“, stammelte er und ging traurig nach Hause.
Nach dem Abendessen dachte Jammer nach, was er falsch gemacht hatte.
"Wie kann das sein, dass mich alle hassen?"
Gleich am nächsten Tag beendete Jammer diese verrückte Jammerei.
Er benahm sich ganz normal. Alle waren erstaunt, sonst jammerte er doch immer.